Milva Stutz, My Dear Lover, 2019
My Dear Lover
2018. Wall installation
My dear lover
What shall I call you, how shall I call?
What language to use to get into you?
I write, to you, a letter of love
I speak, to you, a letter of love.
How badly I long to touch you!
But how can I do that with you nowhere near?
X
Was ist das Wesen einer Berührung? Wie lässt sich Berührung beschreiben? Wie wird Nähe gemessen? Welche menschliche und nicht-menschliche Körper können in eine Berührung involviert sein? Wie lässt sich Berührung queeren?
Der Animationsfilm My Dear Lover, von welchem diese Installation inspiriert ist, erzählt von der romantischen und sexuellen Sehnsucht einer Figur nach Berührung und der gleichzeitigen Unmöglichkeit davon. Die persönlichen Erfahrungen und Gefühle einer Person und die Intimität zwischen zwei Menschen wird nach aussen gekehrt und stellt die Frage, inwiefern Berührung - wer oder was sich wie berührt, nicht berührt, wie lange, wie intensiv, wie oft und an welcher Stelle berührt - politisch geprägt und prägend sein kann.
Bio
Milva Stutz (*1985 in Zürich) studierte in Luzern, Edinburgh und Zürich. Zurzeit absolviert sie einen Master of Arts in Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Sie arbeitet hauptsächlich mit Zeichnung, Animationsfilm und Installation und interessiert sich dabei für das Verhältnis von Körper, Sexualität und Technologie. Die physische und emotionale Durchdringung von ‚natürlichen‘ und ‚künstlichen‘ Körpern ist dabei ein zentraler Aspekt, ebenso wie nicht-normative Repräsentationen von Körper und Intimität aus einer queer-feministischen Perspektive. Mittels Zeichnung entwickelt sie eine unmittelbare Körperlichkeit und Räumlichkeit, wobei sie sich besonders für die Verletzlichkeit, Plumpheit und Uneindeutigkeit der Körper interessiert. Mit dem Animationsfilm wird der Raum wiederum (virtuell) begehbar gemachen und dabei ins Zentrum gerücken, was eigentlich abwesend ist: reale Körper. Milva Stutz‘ Arbeit wurde international in verschiedenen Ausstellungskontexten und Filmfestivals gezeigt. Seit 2013 ist sie Dozentin an der ZHdK für Zeichnung.